Herr ich suche deine Ruhe

Eine Geschichte angelehnt an Markus 6;30-32
Text: Beatrice Freyer

Es ist Freitagabend, die Woche war so voll. Ich könnte erzählen was alles so plötzlich in meinem Alltag hineinpurzelte. Telefonate, E-mails, Besuche, Krankheit, ungeplante Arbeiten, frohmachende Gespräche, Musik...
Ich bin froh, das ich es bis hierher geschafft habe, was musste ich nicht dafür alles tun, um das ich nun hier sein kann? Die Familie, den Hund, die Tiere auf dem Feld, der Haushalt, die Arbeit alles wollte versorgt und unter einen Hut gebracht sein. Und jetzt endlich kann ich mich fallen lassen.
Irgendwann vor einigen Wochen hörte ich deine Stimme Herr, die zu mir sagte: "Geh mit mir an einen einsamen Ort und ruh ein wenig!" Was war das für ein Satz? Er traf mich mitten ins Herz und salbte mich wie Öl. "Geh mit mir an einen einsamen Ort und ruh ein wenig!" Wer hat das zu mir das letzte mal gesagt? Alle wollen nur etwas von mir, immer muss ich in Bereitschaft sein, dass mir auch ja nichts entgeht. Und dann kommst du und ein einziger Satz von dir lässt mich inne halten. Der große König, der die Welt erschuf, kann es sich leisten, mit  mir an einen einsamen Ort zu gehen um dort zu ruhen?

In mitten das Alltags, wenn die Zeit für so vieles fehlt, sagst du: "Geh mit mir an einen einsamen Ort und ruh ein wenig!" Oh Herr, erst jetzt wird mir bewusst warum? DU selber bist schon vor mir an diesem Ort gewesen, du weißt also wie wichtig und groß von Bedeutung es ist, dieser Einladung zu folgen. Du meinst es wird mir ebenso ergehen wie dir, Kraft und Klarheit wird mir folgen und mein Herz gefüllt bis an den Rand mit deinen guten Gaben. Was bist du doch für ein König, mir fehlen die Worte in meinem Herzen und es bleibt das Gefühl in mir: Wie sehr ich dich dafür liebe! Du mein Herr hast diesen Satz so oft in deinem Wort formuliert, ich muss ihn überlesen haben. In mitten meines Alltags waren die Forderungen dieser Welt, meiner selbst gestalteten Welt, so laut und Maßstab, dass ich deinen Satz wohl überhört habe.
Doch jetzt Herr bin ich hier...und danke dir für dieses Land der Ruhe, wo deine Ewigkeit im Jetzt und Hier schon wohnt. Du hast es wie eine warme Decke für mich ausgebreitet. Mit all dem, was in der letzten Zeit meines Lebens mein Herz und mein Sein füllte, darf ich Platz auf dieser Decke nehmen. Nimm mein Herz zu diesem einsamen Ort, lass es ruhn um dort dein Herz zu erkennen, wie du es wirklich mit mir meinst. Gewöhn mein Herz dort an deine Ewigkeit.

Deine dich liebende Tochter